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22.2.15

Urindoeuropäer, Indoeuropäer und Germanen

Die Urindoeuropäer waren ein Volk mit unterschiedlichen Stämmen. Sie lebten in den letzten Jahrtausenden v. Chr. an der Oder, an der Elbe bis zu Weser (heute Norddeutschland). Sie kannten Schaf, Ziege, Rind, Hund, Schwein, kannten keine Katze, kein Maultier, kein Esel. Sie beschäftigten sich mit Viehzucht und Ackerbau.

Noch einige Informationen über die Urindoeuropäer:
  • ·         das Hauptgetreide war die Gerste
  • ·         die Häuser aus Holz
  • ·         sie kannten nur Kupfer
  • ·         patriarchalische Großfamilie
  • ·         Wergeld - eine Strafe, die man bezahlen musste, wenn man einen Mann umgebracht hat
  • ·         Anfänge eines geregelten Rechtssystems
  • ·         polytheistische Religion
  • ·         die Toten wurden begraben, der Ahnenkult war entwickelt
  • ·         die Zahlwörter - bis 100 (Dezimalsystem - Zehnesystem)
  • elf, zwölf - der Auslaut kommt von lîf

Man rechnete dezimal, aber der Bezug auf Dutzend wurde auch genommen.

Im dritten Jahrtausend v. Chr. begann dieses Volk allmählich in Volksgruppen zu zerfallen. In Bezug auf die Sprache gibt es drei Theorien, die Ende des 19. Jahrhunderts konzipiert wurden:

1) die Stammbaumtheorie von August Schleicher, der das Urindogermanische mit einem Baum vergleicht - ein Stamm, aus dem neue Äste herauswachsen. Eine deutliche Trennung zwischen den einzelnen Sprachen wird angenommen. Das Modell setzt intensive Wanderungen der Völker voraus - keine oder wenig Kontakte zueinander, eine räumliche Trennung, eine individuelle Entwicklung der einzelnen Tochtersprachen ohne gegenseitige Einflüsse.

2) die Wellentheorie von Johannes Schmidt. Er vergleicht die Entstehung und Entwicklung der Sprachen mit konzentrischen Wellen im Wasser (wenn man einen Stein ins Wasser wirft, sind die Wellen zuerst stark, dann immer schwächer). Es gibt allmähliche Übergangszonen, es lassen sich Gemeinsamkeiten feststellen. Zwischen den Sprachen gibt es immer Kontakte.

3) die Substrattheorie von Hermann Hirt. Die Indoeuropäer haben andere Völker besiegt, unterworfen. Die Sprache ist ein Produkt der Mischung der ursprünglichen indoeuropäischen Sprache und der Sprache des unterworfenen Volkes.

Ungefähr von 500 v. Chr. bis 500 n. Chr. wurde Germanisch gesprochen.

Die ältesten Quellen über die Germanen:

1) Gaius Julius Caesar (100-44 v.Chr.): Chronik des galischen Kriegs "Commentarii de bello gallico" - er berichtet über seine Erfahrungen mit germanischen Stämmen
2) Tacitus (55-): "De origine, moribus ac situ germanorum libellus" -"Von der Herkunft, dem Sterben und dem Zustand der Germanen"
3) Plinius der Ältere

Die Germanen haben wahrscheinlich nicht geschrieben. Es gibt keine Quellen, nur Aufschriften, magische Formeln sind erhalten.

Der Helm von Negan ist ein Gegenstand mit einer germanischen Inschrift (6. Jh. u.Z.).
Das goldene Horn von Gallehus, Jütland (um 420) trägt die folgende Inschrift:

EK HLEWAGASTIR HOLTINGAR HORNA TAWIDO

(ich) (Lebegast habe) (der Sohn von Hold) (Horn) (gemacht)

Im Runenalphabet hatte jedes Zeichen eine magische Bedeutung, entsprach einem Gott.
"Runne" bedeutete ursprünglich "Geheimnis".
raunen - flüstern

Die sechs ersten Zeichen: F u th a r k

Es gab zwei Alphabete: ein älteres mit 24 Zeichen und ein jüngeres mit 16 Zeichen.
Bis ins 19. Jahrhundert wurden die Runen vor allem in Skandinavien gebraucht.

Wulfila (Ulfila) war ein christlicher Bischof (311-382), aus dem Stamm der Westgoten - um die Mitte des 4. Jahrhunderts waren sie an der unteren Donau, im heutigen Bulgarien (damals war es eine römische Provinz). Wulfila hat die Bibel aus dem Griechischen uns Lateinischen ins Westgotische übersetzt ("Codes argentus"). Ein Sprachzeugnis wurde in einem germanischen Dialekt verfasst. Die Bibel wurde zu Beginn des 6. Jahrhunderts in Oberitalien gefunden, heute befindet sie sich in der Universitätsbibliothek in Uppsala. Wulfila hat sein eigenes Alphabet geschaffen (die Unziale aus dem Griechischen, manchmal Runenzeichen und lateinische Buchstaben).


Um 2000 v.Chr., als die Indoeuropäer sich getrennt hatten, lebten die Germanen im heutigen Dänemark, Südschweden, Südnorwegen, in den Gebieten an der Odermündung und an der Elbmündung. Zwischen 1200-800 v.Chr. haben die Germanen die Gebiete bis an die Weichselmündung besetzt (das heutige Nord-West-Polen), im 6. Jahrhundert v.Chr. die Gebiete an der mittleren Elbe (heute Sachsen), im 4.-2. Jh. begaben sie sich weiter in den Osten und Südosten, Richtung Schwarzes Meer. Die Burgunden und die Wandalen kamen aus Skandinavien an die Weichsel (1. Jh. v.Chr.), um das Jahr 0 kamen die Goten an die untere Weichsel, auch aus Skandinavien. 

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