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16.3.14

Theodor Storm: "Der Schimmelreiter" (1888). Wer ist Hauke Haien? Teil 1

Die Handlung spielt an der Nordseeküste (Nordfriesland) im Jahre 1756.

Hauke Haien ist sehr intelligent, er übernimmt bestimmte Aufgaben für den Deichgrafen, beginnt als Kleinknecht, aber gewinnt im Laufe der Zeit an Anerkennung und tritt das Erbe seines Vaters an, übernimmt den Besitz von seiner Frau Elke. Dann hat er die meisten Besitztümer und wird zum Deichgrafen. Er hat die Grundvoraussetzungen erfüllt.

Er versucht seine Pläne zu verwirklichen, aber hat sein Lebenswerk nicht vollendet. Er muss ständig gegen die Dorfbewohner kämpfen. Seine Klugheit ist überragend, Hauke ist kreativ, ein bisschen übertrieben ehrgeizig. Er ist schweigsam, kommuniziert nicht gerne, wenn er keinen Sinn sieht. Er ist Einzelgänger, Außenseiter. Obwohl er ständig in einer Menschenmenge lebt, hält er Distanz und bleibt unverstanden. Er will beweisen, dass er für seinen Posten geeignet ist, erfüllt seine Aufgaben sorgfältig, gewissenhaft. Er ist visionär, aufgeklärt, nicht abergläubisch.

Es ist ein modern denkender, einfallsreicher Mensch. Er denkt pragmatisch, für ihn zählt die Praxis. Er denkt an das Allgemeinwohl der Bewohner, will etwas für die Gesellschaft tun. Hauke ist zielstrebig, durchsetzungsfähig, anspruchsvoll. Seine Gefühle zeigt er nicht, manchmal ist er anderen Menschen gegenüber unhöflich. Er ist ein guter Ehemann und Vater, braucht auch Liebe und Zuwendung.


Hauke Haien kann als ein herrschsüchtiger und machtsüchtiger Mensch beschrieben werden. Er will Macht ausüben, ist von seiner Idee besessen. 

Theodor Storm: "Der Schimmelreiter" (1888). Der Inhalt. Teil 2

Schon als Kind war Hauke von der See und von den Deichen fasziniert. Oft saß er bis in die tiefe Nacht am Deich und beobachtete, wie die Wellen an den Damm schlugen. Er wollte Deichgraf werden, um die neue Deichform in die Tat umzusetzen. Traditionell wird Deichgraf, wer das meiste Land sein Eigen nennen kann. Die Leute behaupteten, dass etwas Lebendiges im Deich verbaut werden muss, aber Hauke rettete davor einen Hund. Der alte Deich wurde vernachlässigt, eine Sturmflut brach herein und er drohte zu brechen. Den neuen Deich durchstieß man dann auf den Wunsch Ole Peters, der hoffte, dass die Kraft des Wassers sich auf den noch unbewohnten Koog konzentrieren werde. Der alte Deich brach. Hauke hat bis heute keine Ruhe gefunden. Immer wenn eine Gefahr am Deich droht, ist ein Ritter auf einem Schimmel zu sehen. 

27.1.14

Theodor Storm: "Der Schimmelreiter" (1888). Der Inhalt. Teil 1

Helden: 

Hauke Haien – Deichgraf
Wienke – seine Tochter
Elke – seine Frau
Trin‘ Jans – die abergläubische Alte
Tede Volkerts – der alte Deichgraf
Jewe Manners – der Pate Elkes
Carsten und Iven – die Knechte des Deichgrafen
Ole Peters – heiratet Vollina Harders und wird zum Deichgevollmächtigten als Nachfolger von Jewe Manners

Hauke zeigt ganz spezielle Interessen (Berechnen und Ausmessen von Landstücken). Er hat sich Gedanken gemacht, was man verbessern kann, hat viele Verbesserungsvorschläge. Er hat auch Kenntnisse, ist sehr lernfähig, wissbegierig. Er scheut keine Mühe, um etwas zu erreichen (z.B. wenn er Holländisch lernt, um ein Buch zu lesen) und wird endlich zum Deichgrafen. Man kann ihn als einen ehrgeizigen, intelligenten und begabten Menschen beschreiben. Er möchte einen neuen Deich bauen, mit einem sanfteren Abfall zur Seeseite, der besser vor Sturmfluten schützen würde und der dem Meer viel Land abgewinnen soll. Er will zeigen, dass er es wert ist, Deichgraf zu sein, „in seinen Gedanken wuchs fast der neue Deich zu einem achten Weltwunder“.


Carsten und Iven, die Knechte des Deichgrafen, erblicken eines Abends auf Jeverssand, einer Hallig vor dem Deich, einen Schimmel. Als Carsten hinüberfährt, findet er dort aber kein Pferd, sondern nur ein Gerippe. Einige Tage später kehrt Hauke von einem Besuch beim Oberdeichgrafen mit einem Schimmel zurück. Es ist ein verkommener Schimmel, der sich dann prächtig entwickelt, sich aber jedem anderen Reiter verweigert. Er hat ihn für 30 Taler gekauft. Das Pferd lässt Carsten nicht aufsitzen, nur führen. Dieser denkt nun, dass ein Teufel in dem Schimmel stecke, zumal er das Pferdegerippe nicht mehr findet. So wechselt er zu Ole Peters, der Gerüchte über Haike verbreitet. Die Geschichte über das Teufelspferd wird von allen erzählt, die gegen Hauke einen Groll hegen. Die Arbeiter misstrauen ihm. Hauke nennt das „Altweiberglauben“ und treibt die Menschen zur Arbeit an: „er allein hatte die Schwäche des alten Deiches erkannt“. Er versucht neue Ideen zu verwirklichen. Die Leute vermuten, dass er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat – alles, was dazu passt, wird als Bestätigung genommen. 

24.11.13

Meine Artikel in einer Zeitschrift für Germanistik

Zwei Artikel, die ich verfasst habe, sind im Jahre 2012 in der Zeitschrift für Germanistik „Studia Germanica Resoviensia“ erschienen. Die Artikel befinden sich im Teil „Kultur- und Literaturwissenschaft“:

1. Das Porträt des Kriegsheimkehrers in ausgewählten Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert 

2.  „Jetzt, jetzt weiß ich, dass es das Paradies war“. Literarische Verwirklichung der Welt der Kindheit in Borcherts Kurzgeschichten.


Die Zeitschrift ist hier zu kaufen:

8.10.13

Theodor Storm: "Der Schimmelreiter" (1888)

Die Reihenfolge der Ereignisse:

1.       Die Reise des Erzählers den Deich entlang und die Begegnung mit dem Schimmelreiter

2.       Die Erzählung des Schulmeisters:
a)      das Interesse am Ausmessen und Berechnen von Landstücken, am Deichbau des jungen Hauke
b)      Hauke plant und entwirft schon als ein Kind einen besseren Deich
c)       die Arbeit als Knecht beim Deichgrafen Tede Volkerts, er hilft vor allem beim Rechnen und Planen
d)      der Konflikt zwischen Hauke und dem Großknecht Ole Peters
e)      der Tod Haukes Vaters und des Deichgrafen
f)       die Diskussion über die Wahl des neuen Deichgrafen
g)      Hauke wird zum neuen Deichgrafen, er heiratet dann Elke
h)      Hauke beginnt seinen Plan zu verwirklichen (Deichbau)
i)        er kauft den Schimmel
j)        während des Deichbaues trifft er auf Aberglaube und auf Misstrauen der Dorfbewohner
k)      Hauke will die Reparatur des alten Deichs unternehmen, aber Ole Peters lacht ihn aus
l)        Sturmflut: Ole Peters lässt den neuen Deich durchstoßen und der alte Deich bricht
m)    Haukes Frau und Kind kommen ums Leben; er stürzt sich mit dem Pferd ins Wasser.


Die Novelle hat eine doppelte Rahmenkonstruktion: in der Geschichte, die der Autor gelesen hat, tritt der Reisende auf – ihm erzählt der Schulmeister die Geschichte. So wirkt die Geschichte objektiv, glaubwürdig. 

5.10.13

"Immensee": meine Interpretation

„Immensee“ ist eine Novelle mit Rahmenkonstruktion und einer Reihe von Symbolen. Die Wasserlilie symbolisiert eine unerfüllte, unglückliche, unerreichbare Liebe. Sie steht auch für die Einsamkeit von Elisabeth, Reinhard und Erich. Sie ist die einzige Lilie auf dem See. Die Lieder sind eine Art Antizipation – sie bereiten den Leser vor. Das Lied des Zithermädchens war eine böse Prophezeiung – dass Reinhard einsam bleiben wird.

Die Themen der Novelle:

1. Eine unerfüllte, unglückliche Liebe. Der Verzicht auf die Liebe, auf das Glück
2. Die Vergänglichkeit – alles hat irgendwann ein Ende
3. Das Altern
4. Die Gestalt des Dichters, der dazu verurteilt ist, zu leiden und in Höllenqualen zu leben
5. Die Einsamkeit

Reinhard ist zu passiv, er hat nie Initiative ergriffen. Elisabeth verlobte sich mit Erich, weil ihre Mutter die Treibkraft war. Sie hatte die Ehe in die Wege geleitet. Erich ist ein wohlhabender Mann, kann Elisabeth eine sichere Zukunft anbieten. Reinhard hat zwei Jahre lang geschwiegen, war nicht genug mutig, hat im Voraus verzichtet, nicht versucht, etwas zu verändern. Er trägt die meiste Schuld für das Ende der Liebesgeschichte, hat Elisabeth nicht einmal gesagt, was er fühlt. Er hat das Glück im Voraus aufgegeben.

Elisabeth ist sensibel, zart, empfindlich, liebevoll, freundlich, lebensfroh, fröhlich, pflichtbewusst, kindlich, unreif, naiv, nachgiebig. Sie ist keine starke Person, folgte den Worten der Mutter. Sie war von ihr so beeinflusst, dass sie nicht anders entscheiden durfte. Sie ist intelligent und wissbegierig, an vielen Sachen interessiert. Mit Erich bleibt sie auf dem Lande und wird Hausfrau.

Reinhard ist künstlerisch vielseitig begabt, sehr intelligent, empfindlich, passiv, geschlossen, unverantwortlich. Er hat keine Durchsetzungskraft, ist feige. Ihm fehlt der Mut, etwas zu unternehmen. Er verspielt sein Leben.


Erich ist verantwortlich, pflichtbewusst, vertrauensvoll. Er kümmert sich um die Familie. Er ist praktisch, nicht so sensibel und romantisch wie Reinhard. Es ist ein wohlhabender Mann, der Elisabeth den Lebensunterhalt sichern kann. Vielleicht will er nicht einsehen, dass Elisabeth in der Ehe nicht glücklich ist. Das würde seine Ehre verletzen. 

Theodor Storm: "Immensee". Teil 9

"Der Alte" 

Ein alter Mann sitzt auf seinem Stuhl und schaut vor sich hin. Er sieht einen See und eine schwarze Wasserlilie, die einsam ist und nicht erreicht werden kann. Eine Frau, Brigitte, kommt zu ihm und bringt ihm eine Lampe. Dann beschäftigt er sich mit seinen Studien, denen er seine Jugend gewidmet hat.