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29.3.17

Instruktivismus vs. Konstruktivismus

In instutionalisierten Formen von Unterricht steht das Faktenwissen im Mittelpunkt und der Lehrer wird als Vermittler des Wissens gesehen. Es wird angenommen, dass das Wissen lehrbar ist – wenn es angeboten wird, dann nehmen es die Lernenden auf. Wenn es nicht so ist, dann liegt die Schuld beim Lernenden. Die Lernenden werden als Reaktive gesehen, die den angebotenen Lehrstoff aufnehmen oder nicht. Die Frage, wie man den Prozess der Verarbeitung des Wissens beeinflussen und unterstützen kann, wird nicht gestellt.

Seit den 70er Jahren wird in den Lehrplänen die Lernerorientierung berücksichtigt. Die Lerner werden als aktive Wesen gesehen, die ihren Lernprozess durch Lernstrategien und Lernstil beeinflussen. Ein erkenntnistheoretischer Wandel hat auf der Grundlage neuer Erkenntnisse in der Kognitionspsychologie und der kognitiven Wissenschaft stattgefunden. Lernen ist ein aktiver, konstruktiver und selbstbestimmter Prozess. Daraus wurden neue Konzepte abgeleitet, die sich auf das autonome Lernen beziehen. Die Konzepte üben einen Einfluss auf die Vermittlung von Wissen im Unterricht aus: der Erwerb der Fähigkeiten und des Wissens, die in der realen Lebenswirklichkeit angewandt werden können, steht im Mittelpunkt. Lern- und Arbeitstechniken sollten bereitgestellt und gefördert werden. Die Lernerautonomie ist ein Erziehungsziel. Sie wird als eine Fähigkeit verstanden, das eigene Lernen selbstverantwortlich in die Hand nehmen zu können.

Auch fremdsprachliche Klassenzimmer, die dem selbstbestimmten Lernen dienen, sollten entsprechend gestaltet werden, z.B. Produktmaterialien sollten zur Verfügung stehen, die Fremdsprache sollte die einzige Sprache im Klassenzimmer sein.

Lern- und Arbeitstechniken können erarbeitet werden, z.B. durch Entwicklung von selbstreflexiver Kompetenz, Angebote von Lern- und Arbeitstechniken, Angebote von sogenannten reichen Lernumgebungen.

Quelle:

Wolff, D. (1997). Instruktivismus vs. Konstruktivismus: Zwanzig Thesen zur Lernbarkeit und Lehrbarkeit der Sprache. In: M. Müller-Verweyen (Hrsg.), ller-Verweyen (Hrsg.), Neues Lernen – Selbstgesteuert – Autonom (S. 45-52). München: Goethe-Institut.


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