Arbeitsblätter zum Herunterladen

Pokazywanie postów oznaczonych etykietą Barock. Pokaż wszystkie posty
Pokazywanie postów oznaczonych etykietą Barock. Pokaż wszystkie posty

21.9.16

Christian Hofmann von Hofmannswaldau: "Die Welt" (1679). Analyse und Interpretation. Teil 2

Stilmittel im Sonett:

Vers 1 und 2 - zwei Fragen --> eine deutliche Aufforderung, Verstärkung - der Zusammenhang der Fragen wird durch die Anapher verstärkt

Vers 1 und 2, 3 und 4, 5-8 - Anapher

"berühmtes Glänzen", "ganze Pracht" - Ironie

Vers 3 - "schnöder Schein" - Alliteration 

Vers 4 - "ein schneller Blitz" - Metapher, bedeutet die kurze Dauer. Es ist auch ein Pleonasmus - der Blitz ist immer schnell, dies betont, wie schnell die Vergänglichkeit ist. "schwarz gewölkte Nacht" --> steht für die Welt, für die Widersprüchlichkeit

Vers 7 - "Sklavenhaus" - Metapher --> Leiden, Last, Leben, Schwierigkeiten, Belastung 

Vers 8 - "faules Grab" - Metapher --> steht für die kurze Dauer des irdischen Lebens 

Strophe 2 - "Kummerdisteln", "Spital", "Krankheit", "Sklavenhaus", "Menschen dienen", "Grab" - Akkumulation --> inhaltliche Steigerung 

Vers 9 - "darauf wir Menschen bauen" - Inversion 

Vers 10 - "Abgott" --> der falsche Gott, das irdische Leben

"Fleisch" --> die Existenz, das Leben --> die Vergänglichkeit wird betont 

Vers 11 - "Komm Seele [...] und lerne weiter schauen" - Personifikation, Verstärkung durch den Imperativ 

Vers 13 - "Prangen" - Symbol für die Last des Lebens, für das Leiden 

Vers 15 - "Port" --> Metapher für den Himmel, für das Jenseits, für den Hafen des Jenseits 

10.9.16

Christian Hofmann von Hofmannswaldau: "Die Welt" (1679). Analyse und Interpretation. Teil 1

WAs ist die Welt / und ihr berühmtes gläntzen?
Was ist die Welt und ihre gantze Pracht?
Ein schnöder Schein in kurtzgefasten Gräntzen /
Ein schneller Blitz bey schwartzgewölckter Nacht.

Ein bundtes Feld / da Kummerdisteln grünen;
Ein schön Spital / so voller Kranckheit steckt.
Ein Sclavenhauß / da alle Menschen dienen /
Ein faules Grab / so Alabaster deckt.

Das ist der Grund / darauff wir Menschen bauen /
Und was das Fleisch für einen Abgott hält.
Komm Seele / komm / und lerne weiter schauen /
Als sich erstreckt der Zirckel dieser Welt.

Streich ab von dir derselben kurtzes Prangen /
Halt ihre Lust vor eine schwere Last.
So wirstu leicht in diesen Port gelangen /
Da Ewigkeit und Schönheit sich umbfast.

Der Text

Form:
- abwechselnd 10 und 11 Silben
- 4 Strophen

Metrum:
- fünfhebiger Jambus
- abwechselnd weibliche und männliche Kadenzen
Rhythmus: monoton, träge, melancholisch

Struktur:

- Vers 1 und 2 --> Fragen
- Vers 3-8 --> das lyrische Ich beschreibt, wie die Welt ist und antwortet auf die Fragen.
- Vers 11-16 --> das Jenseits, die Seele wird angesprochen

Inhalt: Der Leser wird aufgefordert, sich mit den Fragen zu beschäftigen. Wir leben in einer Scheinwelt, deren Grundlagen nicht stabil sind. Die Pracht der Welt ist eine Täuschung. Die Seele sollte die eitle Welt verlassen, auf der Welt nicht mehr verweilen, über sie hinausschauen. Das Leben ist eine schwere Last, der Mensch muss viele Schwierigkeiten bewältigen. Der Tod ist eine Art Befreiung, im Jenseits kann die Seele für immer bleiben.

Korrespondenz von Inhalt und Form: Im Zeitalter des Barocks herrschte Chaos (Dreißigjähriger Krieg, Glaubensspaltung). Die Form des Sonetts ist streng gehalten. Widersprüchlichkeit: Chaos ≠ strenge Form

Motive: Vergänglichkeit, Tod, Nichtigkeit, Schein und Wirklichkeit, Kritik an "carpe diem"

Interpretation: Die Seele ist unvergänglich. Sie sollte die Last des Lebens ablehnen, sich befreien. Der Körper, das Materielle sind vergänglich. Der Mensch sollte sich auf die Seele konzentrieren, weil sie ewig ist und weil er das ewige Glück im Jenseits erreichen kann. In der Gesellschaft achten die Menschen auf Nichtigkeiten, auf unbedeutende Sachen, die vergänglich sind.

Die Welt hat eine negative Atmosphäre. Das Jenseits wird positiv beschrieben - als der Ort des ewigen Glücks (religiöser Hintergrund). Die Erde als "Abgott" wird als nicht vollkommen geschildert, als eine Last. Im Jenseits gibt es keine Last, sondern Befreiung.

Der Mensch irrt sich, er wandert in Dunkelheit und erkennt sein wahres Ziel nicht. Er ist diesseitsorientiert, während die Welt traurig und leidvoll ist. Das Schöne lebt kurz. Nur die Fassade scheint schön zu sein, aber das Fundament ist nicht stabil. Im Jenseits gibt es Sicherheit, keine Gegensätze.

Intention: Das Gedicht hat einen belehrenden Charakter, typisch für den Barock. Der Mensch wird dazu aufgefordert, unwesentliche Sachen abzulehnen und sein Lebens auf das Jenseits auszurichten. Er sollte erkennen, dass nur die Seele wichig ist und dass nur sie ewig dauert. Der Mensch sollte positive, echte Werte suchen. Er wird vor der Nichtigkeit und Vergänglichkeit gewarnt.

Aktualität: Das Gedicht kann auch den modernen Menschen der Gegenwart ansprechen. Auch heutzutage haben die Menschen kein sicheres Fundament. Sie sind durch Konflikte, Krisen, Kriege verunsichert.

Kernaussage: Der einzige Ausweg für den verunsicherten Menschen ist das Jenseits. Der Mensch sollte das wirklich Wahre erkennen.

21.5.16

Barocklyrik: Christian Hofmann von Hoffmannswaldau - "Vergänglichkeit der Schönheit" (1695)

Es wird der bleiche Tod mit seiner kalten Hand (a)
Dir endlich mit der Zeit um deine Brüste streichen (b)
Der liebliche Corall der Lippen wird verbleichen; (b)
Der Schultern warmer Schnee wird werden kalter Sand (a)

Der Augen süsser Blitz, die Kräffte deiner Hand (a)
Für welchen solches fällt, die werden zeitlich weichen (b)
Das haar, das itzund kan des Goldes Glantz erreichen (b)
Tilget endlich tag und jahr als ein gemeines band. (a)

Der wohlgesetzte Fuss, die lieblichen Gebärden (c)
Die werden theils zu Staub, theils nichts und nichtig werden (c)
Denn opfert keiner mehr der Gottheit deiner pracht. (d)

Diß und noch mehr als diß muß endlich untergehen (c)
Dein Hertze kan allein zu aller Zeit bestehen (c)
Dieweil es die Natur aus Diamant gemacht. (d) 

Das Sonett hat eine Form des Alexandriners (sechshebiger Jambus mit Zäsur in der Mitte jedes Verses). Der Jambus nimmt eine steigende Form an. Der Rhythmus ist monoton, träge, melancholisch.

Die Form des Sonetts ist streng gehalten. Eine Diskrepanz (Widersprüchlichkeit) zwischen chaotischem Zeitalter und strenger Form kann aufgewiesen werden.

Einordnung in die Epoche: vanitas, memento mori - diese Motive spiegeln die barocke Lebenseinstellung wider.

In der ersten und zweiten Strophe werden folgende Motive angesprochen:
- der Verlust der Schönheit - der Tod wartet schon auf die Frau
- die kurze Dauer des Lebens
- das Altern (die Veränderungen - die Kräfte lassen nach, der Verfall des Körpers)

In der dritten Strophe wird betont, dass auch innere Werte vergehen, zu Nichtigkeit werden. In der vierten wird hervorgehoben, dass nur die Seele nach dem Tode weiter besteht.

Die irdische, äußere Schönheit muss untergehen, weil sie vergänglich, unbedeutend ist. Sie existiert kurz. Das Motiv des Scheins und der Wirklichkeit fällt zweifelsohne auf. Die Jenseitsorientierung wird kritisiert. Wir müssen uns unserer Vergänglichkeit bewusst sein, unserer Sterblichkeit. Nur die Seele existiert weiter - nur das Herz. Im Wesentlichen geht es um Kritik an Eitelkeit. Wir sollten die Schönheit als vergänglich anerkennen.

Der belehrende Charakter ist typisch für die Barocklyrik. Das lyrische Ich will die Leser belehren, sich der Vergänglichkeit bewusst zu sein.

Rhetorische Mittel: 

Vers 1 - Personifikation - der Tod wartet, lauert
Vers 3 - Metapher - Lebendigkeit --> die Lippen werden verbleichen, ihre schöne Farbe ist auch vergänglich
Vers 4 - Oxymoron, Inversion - Verfall des Körpers nach dem Tode --> "warmer Schnee"
Vers 5 - Metapher - "der Augen süsser Blitz"
Vers 10 - correctio - wir werden zu Staub werden. Nein, sogar nur Nichtigkeit!
Vers 11 - Hyperbel - besonderer Wert der Schönheit, die Frau wird nicht mehr begehrt, weil ihre Pracht vergangen ist
Vers 13 - Symbol - das Herz ist ein Symbol für die Seele
Strophen 1, 3, 4 - Alliterationen

16.5.16

Barocklyrik - Einführung! Friedrich von Logaus (1605-1655): Krieg und Friede

Krieg und Friede

Die Welt hat Krieg geführt weit über zwanzig Jahr.
Nunmehr soll Friede sein, soll werden, wie es war.
Sie hat gekriegt um das, o lachenswerte Tat,
Was sie, eh sie gekriegt, zuvor besessen hat.

Der 30-jährige Krieg war der Oberbegriff für mehrere Kriege (konfessionelles Zeitalter, Glaubenskonflikt). Sie haben ein ausgeblutetes, ausgeschöpftes Land hinterlassen. In manchen Gebieten betrug der Verlust an Bevölkerung 60-80%. Der Krieg war ein entscheidendes Ereignis in der Literatur, das 17. Jahrhundert war von extremen Gegensätzen geprägt (Rückschritt - Fortschritt).
Die Idee des christlichen Glaubens bestand darin, dass der Mensch auf der Welt leiden musste. Er wurde aufgefordert, sich zu Gott hinzuwenden. Die weltliche Pracht ist vergänglich (vanitas vanitatum et omnia vanitas, memento mori). Dem gegenüber steht das carpe diem-Motiv.

Barockkontraste:

  • Abwertung des Diesseits - Verherrlichung des Jenseits
  • Erotik - Askese (Enthaltung)
  • chaotisches Zeitalter (Verfall und Zerstörung der Städte, die Vergänglichkeit, die Nichtigkeit des Lebens) - eine strenge Form der Lyrik

"lachenswerte Tat" - es ist eine Ironie. Wir haben das bekommen, was wir wollten! Von Logaus bedient sich der Ironie, um zu betonen, dass jetzt alles so werden wollte, wie es war. Ist das jedoch möglich? Kann das Land so sein wie vorher? Der Dichter bringt seine Zweifel zum Ausdruck.
Im Jahre 1555 wurde der Frieden geschlossen. Jetzt soll der Herrscher bestimmen, zu welcher Religion seine Untertanen sich bekennen sollten.
Lasst mich erwähnen, dass Sprachgesellschaften sich im 17. Jahrhundert herausbildeten. Es ist wichtig, weil es ihr Ziel war, der deutschen Sprache einen höheren Rang, eine höhere Bedeutung zuzusprechen. 

30.9.12

Die Epoche des Barock

Die Epoche des Barock dauerte von ca. 1600 bis ca. 1750. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) war das zentrale Ereignis und hinterließ verödete Landstriche. Der Begriff gilt übrigens als ein Oberbegriff für eine Kette von Kriegen: böhmisch-pfälzischer Krieg (1618-1623), niedersächsisch-dänischer Krieg (1625-1629), schwedischer Krieg (1630-1635) und schwedisch-französischer Krieg (1635-1648). Etwa ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland fiel zum Opfer des Krieges. Die Bevölkerung ging von etwa 15-17 Mio. Menschen um etwa 5 Mio. Menschen zurück. Der Krieg wurde im Westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück abgeschlossen.

Während das Land wiederaufgebaut wurde, entstand in deutschen Fürstentümern eine neue Herrschaftsform – der Absolutismus. Der Herrscher verfügte über eigene Machtvollkommenheit und bestimmte über das Land ohne Mitwirkung ständischer Institutionen. Die Gesellschaft war weiter in Stände gegliedert und der Adel genoss die meisten Privilegien.

Der Hof von Versailles zeichnete sich durch eine prunkvolle Architektur und galt als Symbol der Macht.

Während man im Mittelalter von einer religiösen Einheit sprechen konnte, galt die Glaubensspaltung als der Zentralpunkt des Barock. Die Reformation und Gegenreformation zerstörten die Einheit der Religion. Der Dreißigjährige Krieg war zunächst ein Religionskrieg. Der absolutistische Herrscher bestimmte die Konfession der Bevölkerung seines Landes. Die Macht der Kirche wurde erschüttert. Der Barock gilt daher als ein „konfessionelles Zeitalter“.

Der Barock zeichnete sich durch die Zerrissenheit und die Widersprüchlichkeit des Weltbilds aus:

- Die Religion spielte im Leben und im Bewusstsein der Menschen eine leitende Rolle, während die Hinwendung zu irdischen Genüssen zugleich propagiert wurde. Die Leiden des Menschen wurden als Wesensmerkmale des irdischen Lebens verstanden. Die Menschen wurden dazu aufgefordert, sich Gott hinzuwenden;

- Die strikte Jenseitsorientierung stand im Gegensatz zur Diesseitszugewandtheit;

- Die barocke Mode und Kunst mit reich ausgestatteten Gewändern, riesigen Perücken, Prunk, Lebenslust zeigte die Weltfreude, während zahlreiche Todesdarstellungen als karg beschrieben werden können;

- Der Aufschwung der Mathematik und der Naturwissenschaften war mit der Hinwendung zur Welt verbunden. Das Weltbild der Zeit war von René Descartes‘ Rationalismus und von Isaac Newtons Grundlagen der neuzeitlichen Physik geprägt. Die barocke Vorliebe für die Geometrie herrschte z. B. in Gartenanlagen.

Die deutsche barocke Literatur suchte ihre Vorbilder im hohen Standard der west- und südeuropäischen Länder. Die Fürstenhöfe mit ihren Hofpoeten bildeten neben Schulen und Universitäten literarische Zentren. An diesen Einrichtungen fanden adlige und bürgerliche Verwaltungsbeamten und Gelehrten ihr Publikum. Zu Leistungen der deutschen Barockdichtern gehören:

- Die Entwicklung der neuhochdeutschen Literatursprache;

- Die Entfaltung der meisten literarischen Gattungen und Formen;

- Die normative Festlegung der Formen, Themen und Stoffe in Poetiken. Die berühmtesten Poetiken waren „Buch von der Deutschen Poeterey“ (1624) von Martin Opitz und „Poetischer Trichter“ (1647-1653) von Georg Philipp Harsdörffer.

Den literarischen Gattungen waren bestimme Themen und Stoffe zugeordnet:

Lyrik: die Leitideen „vanitas“ (Vergänglichkeit – alles irdische Streben ist nutzlos und vergeblich, die Hinwendung zum Jenseits gibt dem Leben einen Sinn, Eitelkeit im Sinne von Nichtigkeit und Vergeblichkeit), „memento mori“ (Bedenke, dass du sterben musst) und „carpe diem“ (Nutze den Tag – Prunk, Lebensgenuss, Sinneslust)

Epik: ländliche Idyllen und Schäferspiele

Dramatik: die Standhaftigkeit christlicher Märtyrer

In allen Gattungen: Huldigungen an Herrscher und hochgestellte Persönlichkeiten.

Das barocke Literaturverständnis hatte folgende Merkmale:

- Das Begreifen der Kunst als erlernbar. Die Kunst wird als formalistisch verstanden, d. h. dass tradierte Schemata und Themen variiert werden können und nicht dass die Kunst individuelle Aussagen fördern sollte;

- Die Literatur wendet sich an den Verstand, nicht an das Gefühl;

- Die Natur wird als Kosmos an Zeichen und Sinnbildern („mundus symbolicus“) verstanden – sie gilt nicht als ein Erlebnisraum;

- Die Dichtung ist ein Spiel des Verschlüsselns und Entschlüsselns;

- Die barocke „Schwulst“ zeichnete sich durch die Verwendung von zahlreichen Metaphern, Emblemen und Allegorien aus;

- Die Dichtung sollte wirkungsmächtig sein. „Docere, delectare, movere“ – „belehren, unterhalten, bewegen“.

Barocke Kontraste:

Diesseits – Jenseits
Sinnenfreude – christliche Tugenden
Erotik – Askese
Körper – Seele
Schein – Wirklichkeit
Vielfalt der Gegensätze – die göttliche Ordnung
das Individuelle – das Allgemeine