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2.5.11

Philosophie der deutschen Romantik - Geschichtsphilosophie

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Geschichtsphilosophie

Zu Leitthemen des romantischen Diskurses gehören Zeit und Zeitlichkeit. Vor allem die Frühromantiker erleben historische Veränderungen. Die Erfahrung des beschleunigten Wandels in Wirtschaft, Technik und Politik und das daraus resultierende Unbehagen legen das Fundament der Geschichtsphilosophie. Das rasende Rad der Zeit führt zur Ausbreitung der historischen Disziplinen und das besondere Interesse an der Geschichte trägt zur erhöhten Rolle des historischen Romans bei. Das entwicklungsgeschichtliche Denken schlägt sich in der deutschen Nationalphilologie nieder: der Blick wird auf die historische Sprach- und Literaturgeschichte gelenkt. Die Zentrierung auf das Thema „Geschichte“ führt zu einer engen Verknüpfung von nationalen, germanistischen und historischen Interessen (vgl. KREMER 2007: 74).

Die romantischen Modelle von Geschichte waren triadisch: auf eine Phase der Einheit folgt ein Zeitalter der Disharmonie, auf das eines der neuerlichen Harmonie folgen soll (vgl. SCHMITZ-EMANS 2004: 38). Hieraus ergibt sich, dass die Frühzeit idealisiert, die Gegenwart negativ beurteilt und die Zukunft als ideal konzeptualisiert wurde (vgl. KREMER 2007: 75). Auch darin manifestiert sich die romantische Dialektik, als deren Hauptvertreter Hegel gesehen wird. Die Welt wandelt sich ständig und ist vom ewigen Widerspruch geprägt. So bestehe das Wahre aus drei Momenten. In Anknüpfung an Herder orientiert sich die deutsche Geschichtsphilosophie an einer Idee einer unendlichen Perfektibilität mit der Vorstellung von Humanität als Ziel und Sinn der Geschichte (ebd.). Die Geschichtsphilosophie wurde vor allem von F. Schlegel und von Novalis ästhetisch interpretiert: die Freiheit liege nicht in der Zukunft, sondern im Augenblick der ästhetischen Erfahrung des Kunstwerks. Diese Erfahrung wird vorrangig als Epiphanie gedacht. Für Novalis und später für Eichendorff sollte man ebenfalls eine Resakralisierung der Geschichtsphilosophie in Betracht ziehen: Novalis identifiziert Romantik und Katholizismus und Eichendorff geht noch weiter. Er aktualisiert die alte Aufteilung in Civitas Dei und Civitas Terrena und nimmt an, dass beide eine eigene Geschichte haben. Die Funktion der romantischen Dichtung ist es, die Wahrnehmung für die christliche Weltgeschichte zu sensibilisieren (vgl. ebd., 76-77).

Eine noch größere Bedeutung kommt dem frühen Historismus Herders zu. Er hat ihn in „Auch eine Geschichte der Philosophie zur Bildung der Menschheit“ (1774) konzipiert, die die Historische Schule Rankes maßgeblich beeinflusst hat. Ranke hält jedoch im Unterschied zu Herders Philosophie eine größere Nähe zu konkreten geschichtlichen Ereignissen, während Herder annimmt, dass keine Epoche zum Nutzen einer anderen existierte (vgl. ebd., 78-79).

Źródła / Quellen:

KREMER, Detlef (2007): Romantik. Lehrbuch Germanistik. 3., aktualisierte Auflage. Stuttgart / Weimar: Verlag J.B. Metzler.

SCHMITZ-EMANS, Monika (2004): Einführung in die Literatur der Romantik. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

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