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23.9.12

Deutschland. Ein Wintermärchen: Caput XV

Der Dichter reist mit der Postkutsche weiter. Es regnet, die Stimmung ist düster, er ist eingeschlafen und hatte einen Traum. Er träumte vom Besuch im Wunderberg beim Kaiser Rotbart, der nicht so aussah, wie man sich ihn meistens vorstellt: nicht so „ehrwürdig“.

Im Traum zeigt ihm Rotbart seinen Besitz – alles, was sich in den einzelnen Sälen befindet. Der Kaiser erklärt ihm, wie man mit der Waffe umgeht. Dann gibt er sich stolz darauf, dass die Fahne von den Motten nicht zerfressen worden ist. Im Saal, in dem die Soldaten schlafen, spricht er leise, um sie nicht zu wecken. Der Kaiser bezahlt seinen Soldaten jeweils einen Dukaten. Er tue dies alle 100 Jahre, so leise, dass seine Krieger nicht wecken. Im nächsten Saal zählt er die Pferde und sagt, dass er genug Soldaten und Waffen habe, aber es fehle an Pferden. Er verschaffe sich neue Pferde, um kämpfen zu können. Dann werde er im Stande sein, sein Vaterland zu befreien:

Ich warte, bis die Zahl komplett,
Dann schlag ich los und befreie
Mein Vaterland, mein deutsches Volk,
Das meiner harret mit Treue.


Rotbart ist davon überzeugt, dass seine Zeitgenossen auf seine Hilfe warten. Der Dichter nennt ihn einen „alten Gesellen“ – er solle sich lieber Esel statt Pferde nehmen. Rotbart erwidert jedoch, dass es noch Zeit gebe:

Und chi va piano, va sano, so heißt
Das Sprüchwort im römischen Reiche.


„Chi va piano, va sano“ – „Wer langsam geht, geht sicher“.

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