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16.10.11

Fachsprache Biologie - Zusammenfassung

1: Der Schwerpunkt der biologischen Fachtexte liegt in der Lexik, nicht in der Syntax. In der Fachsprache Biologie sind fachsprachliche Begriffe und ihre lateinische Entsprechungen besonders wichtig. Aus diesem Grunde ist der Bau von Sätzen nicht kompliziert. Wichtig sind auch Synonyme, Funktionsverbgefüge, Komposita und Nominalphrasen. Das Substantiv ist die dominierende Wortart.

Dominierend ist die Parataxe. Es gibt keine gedanklichen Einschübe, also keine Schaltsätze. In den Lehrbüchern gibt es viele verblose Beschreibungen (Satzäquivalente). Wenn es um die Nebensätze geht, treten die Relativsätze ziemlich häufig auf. Seltener trifft man Objekt-, Adversativ-, Konzessiv- oder Konsekutivsätze.

2: Für den Unterricht spielt die Wortbildung eine besondere Rolle. In den Fachtexten gibt es viele Komposita und Ableitungen. Aus diesem Grunde sollten die Mechanismen der Wortbildung erklärt werden.

Beispiele:

Pronomen + Verbstamm + ung --> Selbstzerstörung
Adjektiv + Verbstamm + ung --> Intensivnutzung
Verbstamm + ung --> Änderung
Verbstamm + Verbstamm + ung --> Flieβbewegung
Substantiv + Verbstamm + ung --> Zustandsänderung

Adjektive auf –los, -frei, -arm, -voll, –reich, -bar, -artig, -ig, -isch: chloroplastenfrei, chloroplastenreich, chloroplastenarm, groβkalibrig, übertragbar, stereotypisch.

3: Damit die Sätze kürzer sind, also aus ökonomischen Gründen, werden die Verben sehr oft absichtlich vermieden (Deverbalisierung). Besonders wichtig sind Satzäquivalente, die z.B. zu Beschreibungen dienen (z.B. Überfamilie Perameloidea, Nasenbeutler, Australien und v.a. Neuguinea, Gebiss polyprotodont. Syndaktylie von 2. und 3. Zehe). In biologischen Fachtexten spielen Nominalphrasen eine besondere Rolle. Deswegen sollte im Unterricht ein besonderer Wert auf verschiedene Arten der Attribute gelegt werden, z.B.

das attributive Adjektiv: ökologisches Gleichgewicht
das Genitivattribut: Selbstreinigung des Flusses
das Präpositionalattribut: Selbstreinigung durch Organismen

4: Es gibt eine Vielzahl von Verben, die überhäufig benutzt werden. Es handelt sich um Verben, die zu Beschreibungen dienen, z.B. kennzeichnen, bilden, zu etwas auswachsen, entstammen, sich (zu etwas) entwickeln, sich ausbilden, auftreten, zu etwas führen, vorhanden sein, liegen, zu etwas werden, aufweisen, enthalten, bewahren, erreichen, vorkommen, es handelt sich um, bezeichnen, enthalten. Weil sie überhäufig auftreten, sollte im Unterricht eine Menge von Synonymen zur Verfügung gestellt werden.

5: Weil die biologischen Fachtexte vor allem eine informative Funktion haben, tritt Passiv sehr oft auf. Passiv dient vor allem zu Beschreibungen.

6: Ein besonders groβer Wert sollte im Unterricht auf die Attribuierung gelegt werden. Attribute werden durch verschiedene Wortarten repräsentiert. Sowohl post-, als auch anteponierte Attribute treten sehr oft auf.

Beispiele:

postponiertes Attribut: Kiefergelenk aus Dentale, Entfaltung neuer Hirnteile, eine Reihe primitiver Merkmale, die Zitzen der Mutter

anteponiertes Attribut: das vierkammerige Herz, das sekundäre Kiefergelenk, ausgestorbene Reptilvorfahren, das doppelte Gelenk des Hinterhauptes, das gegliederte Brustbein zwischen den Rippen, die primitivsten Säugetiere

7: Die Typographie von Biologielehrbüchern zeichnet sich durch viele Abbildungen, Schaubilder, Tabellen und Diagramme aus. Die Texte sind sehr präzise und werden deswegen sorgfältig gegliedert. Wichtige Termini werden hervorgehoben. Auβerdem gibt es viele Elemente, die den Text logisch strukturieren.

8: In biologischen Fachtexten treten Modaladverbien (wie z.B. angeblich, vermutlich, möglicherweise, vielleicht, möglichst) nicht auf. Ausnahmen gibt es nur dann, wenn es über mögliche Entwicklungen berichtet wird. Dann werden die Modaladverbien und das Modalverb + Infinitiv II oft verwendet.

Verwendete Literatur:


DEPPNER, Jutta (1992): Baustein Biologie. Heidelberg: Groos (= Bausteine Fachdeutsch für Wissenschaftler).

HOFMANN, Ingeborg (1988): Ermittlung von Praxisanforderungen an ausländische Biologiestudenten aus der Sicht des Deutschunterrichts. In: Deutsch als Fremdsprache 25, 74-78.

Deutsch – ein Lehrbuch für Ausländer IIa. Texte und Übungen. Mathematik. Physik. Chemie. Biologie (1968). Hrsg. Autorenkollektiv (Leitung L. Kaiser). Leipzig: Enzyklopädie, 6. Auflage, 338-452.

STORCH, Volker / WELSCH, Ulrich (2005): Kurzes Lehrbuch der Zoologie. München: Spektrum, 8. Auflage, 610-614.

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