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25.11.12

Der Prinz Hettore Gonzaga (G.E. Lessing, "Emilia Galotti")


Die Zuschauer lernen den Prinzen Hettore Gonzaga, den Herrscher von Guastalla, privat und dienstlich kennen. Sein Kabinett im Hofe ist das Zentrum der Macht und der Staatsgeschäfte, der Machtbereich des Hofes, der Ort der Politik. Wegen der Emilia ist der Prinz geistesabwesend. Er ist in Gedanken damit beschäftigt, Emilia zu erobern (als wäre er geblendet): „eine von den größten Glückseligkeiten meines  Lebens ist es, dass Emilia Galotti mir gesessen“ (I, 4). Die Machtausübung beeinflusst seine Denkweise. Er denkt, er kann auch über Emilia herrschen. Das Private hat also eine Auswirkung auf die Staatsgeschäfte, er möchte die Macht über Emilia ausüben. Die Emotionen beeinflussen ihn in zwei Richtungen. 

Der Prinz ist leichtfertig. Ihn erfasst eine heftige Leidenschaft. Er vernachlässigt deswegen die Staatsgeschäfte, behandelt sie leichtfertig. Am Anfang bekommt er eine Bittschrift von Emilia Bruneschi und unterschreibt sie nur wegen der Namensgleichheit (er gewährt ihre Bitte, zeigt sich hier als ein milder Herrscher): „Doch sie heißt Emilia. Gewährt!“ Der Name erinnert ihn an Emilia Galotti. Er ist geistesabwesend, hat nur Emilia im Kopf. Er kann sich auf die Staatsgeschäfte nicht konzentrieren: „weg ist meine Ruhe, und alles!“ Orsinas Brief will er nicht beantworten, sondern die Beziehung abbrechen. 

Der Prinz Hettore Gonzaga, Prinz von Guastalla, ist ein absoluter, leichtfertiger Herrscher. Er ist die ranghöchste Person im Stück, er steht über dem Gesetz. Er hat keine moralischen Skrupeln und geht verantwortungslos mit seinen Untertanen um. 

Er hat vor, die Prinzessin von Massa zu heiraten, obwohl er sie nicht liebt. Er muss jemanden heiraten, der auch einen hohen Stand hat. Er zieht diese Tatsache vor, um die Gräfin Orsina nicht zu empfangen. Er will dies aus Staatsinteresse tun, er arbeitet die ganze Zeit für den Staat und hat keine Freunde. Er stellt seinen Dienst über seine privaten Interessen. Seine Macht schränkt ihn ein – er bezeichnet sich selbst als ein „Opfer des Staatsinteresses“: „Die traurigen Geschäfte; und man beneidet uns noch!“ Er scheint von seinem Amt überfordert zu sein. Andererseits lebt er seine privilegierte Stellung aus, nutzt seine Machtstellung aus. Die Macht kann er aus seiner Position herziehen. Er rechtfertigt seine Handlungen, bemitleidet sich selbst. In seinen Handlungen nutzt er seine Macht, in seinen Emotionen sieht er Einschränkungen (Außensicht <-> Innensicht).

Der Prinz lässt sich leicht beeinflussen. Er ist nicht so autoritär, eher unsicher. Der Herrscher hat jedoch das Sagen über alles. Er will das ganze Land für sich beanspruchen. Er wurde von Gott bestimmt, zu herrschen. Eine Differenz zwischen dem Selbstbild und dem, was er darstellen will, ist zu erkennen.

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