17.11.12

Deutschland. Ein Wintermärchen: Caput XXVI

Der Dichter befindet sich weiter bei Hammonia. Sie sagt ihm, dass sie am Tag der Gründung der Stadt Hamburg geboren wurde. Ihre Mutter war „Schellfischkönigin“ und Carolus Magnus, „ein großer Monarch“, war ihr Vater. (814 soll er an der Elbe „die Hammaburg“ zum Schutz gegen Heiden bauen lassen). Er wurde in Aachen gekrönt. Hammonia besitzt den Stuhl, an dem er an jenem Tage gesessen hat und würde ihn nie verkaufen, auch wenn die Familie Rothschild ihr eine Menge Geld anbieten würde. 


Die Göttin zeigt dem Dichter einen „Zauberkessel“, einen magischen Kessel, in dem er in die Zukunft Deutschlands schauen kann. Der Dichter fürchtet sich nicht, er ist neugierig. Der „Zukunftsduft“ ist nicht angenehm, er erregt beim Dichter nur Widerwillen. Er kann den deutschen „Zukunftsduft“ nicht ertragen. 

Entsetzlich waren die Düfte, o Gott!
Die sich nachher erhuben;
Es war, als fegte man den Mist
Aus sechsunddreißig Gruben. – – –

[…]

Doch dieser deutsche Zukunftsduft
Mocht alles überragen,
Was meine Nase je geahnt –
Ich konnt es nicht länger ertragen – – –


Mir schwanden die Sinne, und als ich aufschlug
Die Augen, saß ich an der Seite
Der Göttin noch immer, es lehnte mein Haupt
An ihre Brust, die breite.


Hammonia weiß, dass die Zukunft dunkel ist. Sie scheint in Ekstase zu sein und schlägt dem Dichter vor, bei ihr zu bleiben, um zusammen das Essen und Trinken zu genießen, um die Zukunft zu vergessen. Hammonia sieht in ihren Vorstellungen „die reitenden Diener“, den Senat, „die Oberalten“, den Bürgermeister, die Diplomaten, die Geistlichen kommen. Die Diplomaten treten „im Namen der Nachbarstaaten“ auf. Auch Hoffmann mit seiner „Zensorschere“ erscheint:

Die Schere klirrt in seiner Hand,
Es rückt der wilde Geselle
Dir auf den Leib – er schneidet ins Fleisch –
Es war die beste Stelle.«

Heinrich Heine sieht keine Möglichkeit der Verbesserung der Lage seines Vaterlandes.

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