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7.11.12

Deutschland. Ein Wintermärchen: Caput XXIII

Der 23. Abschnitt ist Heines Loblied auf seinen Verleger Julius Campe. Der Dichter beschreibt die Zeiten, als er Campes Gesellschaft oft genossen hat. Einmal haben sie sich am Abend „im Keller von Lorenz“ getroffen. Dort waren auch andere Bekannte: Chaufepié, Wille, Fucks. 

Heine dankt Gott für seinen Verleger. Er lobt Campe, weil dieser Mut hatte, seine Bücher herauszugeben und sich vor der Zensur nicht gefürchtet hat. 

Ich aß und trank, mit gutem App'tit,
Und dachte in meinem Gemüte:
›Der Campe ist wirklich ein großer Mann,
Ist aller Verleger Blüte.


Ein andrer Verleger hätte mich
Vielleicht verhungern lassen,
Der aber gibt mir zu trinken sogar;
Werde ihn niemals verlassen.


Der Dichter schwärmt vom Rheinwein:

Der Rheinwein stimmt mich immer weich
Und löst jedwedes Zerwürfnis
In meiner Brust, entzündet darin
Der Menschenliebe Bedürfnis.

Er erzählt darüber, dass er nach der Gesellschaft anderer Menschen sucht. Auf der Straße trifft er ein „Frauenzimmer“, ein Mädchen, das gesund aussieht. Ihr Mund ist wie Kirschen und ihre Wangen sind wie Rosen. Auf dem Kopf trägt sie eine weiße Mütze. Sie sieht natürlich, aber zugleich übermenschlich aus. Sie heißt den Dichter an der Elbe willkommen und bemerkt, dass er sich nicht geändert hat. Sie sagt ihm, dass er die alten Zeitgenossen nicht mehr finden wird, dass die alten Zeiten für immer vergangen sind. Das, was sein „junges Herz“ angebetet und geliebt hat, ist nicht mehr da. Das Schicksal hat die alten Verhältnisse verändert. 

Der Dichter fragt das Mädchen, wer sie ist. Sie stellt sich als Hammonia vor (seit dem 16. Jahrhundert Name der Schutzgöttin Hamburgs). Der Dichter beschließt, ihr zu folgen.

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