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18.8.12

Die Verstandeskultur der Aufklärung. Teil 1

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen! Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!, ist also der Wahlspruch der Aufklärung“.
(Immanuel Kant)

Vor zwei Tagen habe ich einen interessanten Text gelesen. Es ist ein Text von Peter André Alt, der sich in „Aufklärung. Lehrbuch Germanistik“ (2001) befindet.

Die Aufklärung war natürlich keine einheitliche Epoche, obwohl bestimmte Ziele und Gedanken übergreifend waren. Es war ein gesamteuropäisches Phänomen. Die Aufklärung kann in unterschiedliche Phasen eingeteilt werden. Die Tendenzen der Epoche waren heterogen.

Man kann drei Hauptströmungen unterscheiden:

1) zwischen 1680 und 1740: der Rationalismus galt als bestimmendes philosophisches System. Der frühaufklärerische Rationalismus geht davon aus, dass Gott die Natur als eine Vernunftnatur geschaffen hat. Die natürliche Ordnung ist logisch und der Mensch sollte sich nach seinem Verstand richten, um sie zu verstehen. Außerdem sollte er sich wissenschaftlicher Verfahren bedienen, um die Geheimnisse der Natur zu erschließen. Der Mensch wird als denkendes Individuum aufgefasst.

2) zwischen 1740 und 1780: der Empirismus und der Sensualismus dominieren als philosophische Systeme. Es gibt in der zweiten Phase keinen Leitbegriff. Die Philosophie, die auf der menschlichen Erfahrung basiert – der Empirismus, setzt eine gewisse Distanz zum vernunftorientierten Rationalismus voraus. Neben der Vernunft kommt die Erfahrung in den Vordergrund. Die Vernunft steht immer noch im Mittelpunkt, aber die Methode der Erforschung der Welt ist anders: die Erfahrung ist am wesentlichsten. Der Sensualismus betrachtet die menschlichen Wahrnehmungen als einen rationalen Bereich, der analysiert werden sollte.

3) zwischen 1780 und 1795: der Kritizismus tritt hervor und die Transzendentalphilosophie von Immanuel Kant ist im intellektuellen Zentrum der abschließenden Phase der Aufklärung. Kant (1724-1804) war in Königsberg Professor für Philosophie. Seine Hauptwerke sind „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) und „Kritik der praktischen Vernunft“ (1788) – Kant beschäftigt sich mit der vernunftorientierten Erkenntnis und mit dem vernunftgeleiteten Handeln. Er untersucht die Grenzen der Erkenntnis, die auf der Vernunft basiert. Seine Theorie des Urteils beschreibt die Erkenntnis der Wirklichkeit als transzendental – die Erkenntnis hängt von den Bedingungen der theoretischen Möglichkeit ab. Der Mensch herrscht über die Realität, wenn er sie schafft.

Freiheit ist die Autonomie des Willens, sich selbst ein Gesetz zu sein“.
(Immanuel Kant)

Die Natur hat gewollt, dass der Mensch […] keiner anderen Glückseligkeit oder Vollkommenheit teilhaftig werde, als die er sich selbst, frei von Instinkt, durch eigene Vernunft, verschafft hat“.
(Immanuel Kant)

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